Pinterest-Zielgruppe verstehen: Warum deine Kundinnen gar nicht selbst auf Pinterest sein müssen
Du hast dir schon dreimal die gleiche Frage gestellt, bevor du überhaupt den ersten Pin erstellt hast: Funktioniert Pinterest für mein Business überhaupt? Ist mein Thema wirklich für Pinterest geeignet? Oder bin ich hier komplett falsch, so wie ich mit Socken in Sandalen falsch bin?
Vielleicht, weil dein Thema nicht zu den üblichen Verdächtigen gehört – Rezepte, DIY, Beauty, Reisen, das ganze hübsche Pinterest-Universum mit den perfekt gestylten Frühstückstischen. Vielleicht sitzt du gerade da und denkst: „Mein Thema hat aber nix mit Avocado-Toast zu tun. Lohnt sich Pinterest da überhaupt für mich?“
Kurze Antwort: Ja, es funktioniert trotzdem. Fast immer. Nur nicht so, wie du gerade denkst.
Der Denkfehler bei der Pinterest-Zielgruppe
Der Denkfehler ist fast immer derselbe: Du fragst dich, ob die Person, die dein Thema direkt betrifft, überhaupt auf Pinterest ist. Aber das ist die falsche Frage – und ich sag dir auch gleich, warum. Die richtige Frage lautet: Wer sucht auf Pinterest nach Lösungen für dieses Thema – auch wenn diese Person gar nicht selbst deine Zielgruppe ist?
Nimm ein Thema, das erstmal komplett Pinterest-untypisch klingt: Drohnen. Klingt nicht nach der klassischen Pinterest-Userin mit Kaffeetasse und Kuscheldecke. Aber wer sucht da wirklich? Nicht der 12-Jährige selbst. Sondern seine Mutter, die verzweifelt nach einem Geburtstagsgeschenk sucht und um 22 Uhr noch „Drohne Anfänger Kinder“ in die Suche tippt. Oder die Oma, die überlegt, ob sie ihrem Enkel diesen komischen Drohnenkurs bezahlen soll, von dem er dauernd erzählt. Nicht der Drohnenfan speichert die Pins. Die Person, die ihn liebt, tut es – mitten in der Küche, Handy in der einen Hand, Nudelwasser kocht schon über.
Dasselbe passiert übrigens auch bei vielen Dienstleistungen. Eine Tochter sucht nach einer passenden Pflegeberatung für ihre Eltern. Oder eine Mutter recherchiert Nachhilfe, obwohl später ihr Kind den Unterricht besucht. Die suchende Person und die spätere Nutzerin sind einfach oft zwei verschiedene Menschen.

Deine Zielgruppe auf Pinterest ist oft eine andere, als du denkst
Wenn du gerade denkst, dein Thema sei zu speziell für Pinterest: Je nach Thema sucht deine eigentliche Zielgruppe nicht immer selbst. Oft übernimmt jemand aus ihrem Umfeld die Recherche – nach einer Lösung für ein konkretes Problem oder nach dem Ergebnis, das erreicht werden soll. Manchmal ist das ganz sachlich – „Steuerklasse wechseln“, „Excel Vorlage“, „Balkon bepflanzen“. Manchmal steckt mehr Gefühl dahinter – kompetent sein wollen, entspannt sein wollen, das Gefühl, es im Griff zu haben, obwohl grad die halbe Bude brennt (metaphorisch, hoffentlich).
Für deinen Content heißt das: Frag dich bei jedem Pin, welches der beiden es ist – die nackte Lösung oder das Gefühl dahinter. Beides hat seinen Platz, aber nur wenn du weißt, wonach deine Leserin gerade sucht, trifft dein Pin auch wirklich. Sonst scrollt sie weiter und vergisst ihn wie das dritte „Testboard1“ in deinem Account.
Die zwei Werkzeuge, die du wirklich brauchst
Suchbegriffe finden
Tipp dein Hauptthema in die Pinterest-Suche (ausgeloggt, sonst verzerren deine eigenen Interessen die Vorschläge – und dann pinnst du am Ende noch für dich selbst statt für deine Leserin).
Schau, was automatisch vorgeschlagen wird. Das sind die Wörter, die Menschen um 23 Uhr im Bett tatsächlich eintippen – nicht die, die du für besonders professionell hältst.
Interessen verstehen
Pinterest versucht zu verstehen, worum es in deinem Pin geht – anhand des Bildes, des Titels und der Beschreibung.
Je klarer diese Informationen sind, desto besser kann Pinterest den Pin den passenden Menschen zeigen.
Deine Mini-Aufgabe
Frag dich bei deinem Thema: Wer sucht eigentlich nach einer Lösung, obwohl diese Person gar nicht meine eigentliche Kundin ist? Schreib drei Möglichkeiten auf. Oft entstehen genau daraus deine besten Pin-Ideen.
Der Realitätscheck
Bevor du jetzt denkst, du müsstest komplett neuen Content aus dem Nichts zaubern: Musst du nicht. Du brauchst nur einen anderen Blickwinkel auf das, was du eh schon hast – und den Mut, konsequent für das Ergebnis oder das Gefühl deiner Leserin zu schreiben, nicht nur für das nackte Sachthema.
Und genau hier liegt der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben. Nicht am Thema. An der Struktur dahinter. Ein Account ohne klare Board-Struktur verschenkt genau diese Chance – weil selbst der beste, zielgruppengerechte Content im Nirgendwo verschwindet, wenn er nicht in den richtigen Boards mit den richtigen Beschreibungen landet. Das ist, wie ein tolles Geschenk zu haben und es dann in einer Plastiktüte ohne Karte zu überreichen.
Genau dafür gibt’s die Pinnwand-Formel: eine klare Struktur, mit der du deine Boards von Anfang an so aufsetzt, dass Pinterest sofort kapiert, wen du erreichen willst. Kostenlos, in wenigen Minuten umgesetzt – der erste Schritt, damit dein Content nicht nur gut ist, sondern auch ankommt, statt im digitalen Nirgendwo zu verhungern.
Am Ende geht’s hier nicht darum, Pinterest-Expertin zu werden. Es geht darum, dass dein Business dich trägt – nicht auffrisst.

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Lve Marita


